ACHTUNG!!!

AUS RÜCKSICHT AUF DEN XX. INTERNATIONALEN KONGRESS DER IAGP IN MALMÖ WIRD DIE DIESJÄHRIGE SOMMERAKADEMIE NICHT DURCHGEFÜHRT

Weitere Informationen zum Kongress in Malmö finden Sie unter: http://www.iagpcongress.org

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und freuen uns Sie im Jahr 2019 in Granada begrüssen zu dürfen!

Jörg Burmeister und das Organisationskommitte der Sommerakademie




Programm

Dem Andenken an Federico García Lorca und allen Opfern menschlicher Gewalt gewidmet



Träume in Grün - Original von Jorge Burmeister-Petullá

 

Der Ablauf

MONTAG:

Eröffnung und Vortrag im Plenum: 9.00 bis 11.00
Gruppenzeit I: 11. 30 - 14.30
Mittagessen: 14.30 - 16.15
Gruppenzeit II: 16.15 - 18.15
Plenum I/Grossgruppe: 18.45 - 20.15

DIENSTAG-FREITAG:

Plenum I - Social Dreaming Matrix: 8.00 bis 9.00
Vortrag im Plenum: 9.15 bis 10.45
Gruppenzeit I: 11.00 bis 14.00
Mittagessen: 14.00 bis 16.00
Gruppenzeit II: 16.00 bis 18.00
Plenum II/Grossgruppe: 18.30 bis 20.00

MITTWOCH

Kinoabend - Filme zum Leitthema der Akademie 21.00 Uhr

FREITAG:

Gala Dinner 21.00 - 24.00

 

Thema und Vision (Spezieller Programmteil)

Das kollektive Trauma greift nicht nur die individuelle, sondern auch die soziale Dimension von Identität Betroffener an Es ist in der Lage Betroffene von ihrem inneren Kern-Selbst, von dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft wie auch von den haltgebenden Aspekten transpersonaler oder universeller Aspekte ihrer Identität (Werte, spirtuelle oder religiöse Überzeugungen) abzutrennen. Es repräsentiert den Verrat an sozialem und gemeinschaftlichem Vertrauen. Die ihm innewohnende Potenz soziale Netzwerke zu zersetzen und moralische Standards zu korrumpieren kann zu einer Zunahme individueller und kollektiver Gewalt, einer Aktivierung historischer Traumata (Schatten) und ihrer Ausprägung (z.B. Rassismus) und zu einer Zunahme relationaler Trauma (Bruch familiärer Bindungen) führen. Seine Wirkung kann durch entmenschlichende Interaktionenen, durch die Aufrechterhaltung des Schweigens und durch die Leugnung seiner Existenz ausgeweitet werden, was die soziale und politische Realität vieler betroffener Gesellschaften kennzeichnet. Im Rahmen dieser Akademie werden wir versuchen Stille in Worte, Schatten in sichtbare Räume und den Widerstand sich zu erinnern in eine Möglichkeit zu Resilienz und Versöhnung zu verwandeln. Wir wollen die Opfer kollektiver Traumata wie auch das Leben der Überlebenden ehren, die wir vielleicht alle selbst sein könnten.

Kleingruppen-Angebote

Konstante Kleingruppen zum Rahmenthema mit den wichtigsten Methoden der Gruppenarbeit nach eigener Wahl: Gruppenanalyse, Psychodrama, Gruppendynamik und jungianische Orientierung

Arbeitsgruppenzeit I MO - FR

Psychodrama Klein-Gruppe: Eva Fahlström/Schweden, Marcia Karp/GB, Wilma Scategni/Italien und Nikos Takis/Griechenland

Gruppenanalyse Klein-Gruppe: Maite Pi/Spanien und Concha Oneca/Spanien

Kunst und expressive Therapie in Gruppen: Marcia Honig/Israel und Magdalene Jeyarathnam/Indien

 

Arbeitsgruppenzeit II MO - DO

Schwerpunkte am Nachmittag : Supervision und themenzentrierte Weiterbildung

Marieluise Mitterer-Gehrke/D: Gruppen als Medium der Veränderung kollektiver Traumata im Rahmen gruppendynamischer Gruppenarbeit inspiriert von Kurt Lewin. Praxis und Supervision.

Mona Rakhawy/Ägypten und Cristina Martinez Taboada/Spanien: Gruppen als Medium der Veränderung kollektiver Traumata im Rahmen trans-kultureller Gruppenarbeit. Praxis und Supervision.

Ivana Petullá/Italien und Jorge Burmeister-Petullá/Schweiz und Spanien:
Kunst, Träume, Symbole und Mythen als Medium der Veränderung kollektiver Traumata im Rahmen interakiver Gruppenarbeit inspiriert von CG Jung, K Leuner, A Merini und G Benedetti. Praxis und Supervision.

 

Grossgruppen-Angebote


Plenum I - DI - FR
: Die Social Dreaming Matrix

Tägliche "Traumarbeit" mit Maurizio Gasseau/Italien, der an vielen Workshops mit Gordon Lawrence, dem Begründer des Verfahrens, teilgenommen hat. Bei der Social Dreaming Matrix werden Träume und damit verbundene Assoziationen als Symbole der kollektiven und sozialen Dimension der Gruppe genutzt und für die Reflektion des Gruppengeschehens nutzbar gemacht.


Plenum II - MO-FR: Geleitete Großgruppe

Täglich gruppenanalytisch orientierte Gross-Gruppe unter der Leitung von Catharina Mela/Griechenland und Ivan Urlic/Kroatien mit dem Ziel , die in den unterschiedlichen Gruppen gewonnenen Erfahrungen zu vergleichen, zu vertiefen und mit der Dimension aktueller sozialer und kollektiver Prozesse in Verbindung zu bringen.

 

Vorträge am Morgen

Vortrag im Plenum: Kurze Impulsreferate zu verschiedenen Aspekten des Rahmenthemas (international bekannte ReferentInnen):

Trans-kulturelle Kompetenz - die transformative Kraft von Gruppen
Die Vision von SH Foulkes für den Veränderungsprozess in Gruppen, die kollektive Traumata thematisieren.

Catharina Mela/Griechenland, IAGP und Ivan Urlic/Kroatien, IAGP

Trans-kulturelle Kompetenz - die transformative Kraft von Gruppen
Der spanische Bürgerkrieg: wie lassen sich Trauma und Schweigen in Gruppen 75 Jahre später aufgreifen und verändern

Mario Nicolás López Martínez, Institut für Frieden und Konfliktforschung, Universität Granada
und Miguel Ángel del Arco, Memoria Histórica Granada (Bürgerbewegung Historische Erinnerung)

Trans-kulturelle Kompetenz - die transformative Kraft von Gruppen
Der griechische Bürgerkrieg: wie lassen sich Trauma und Schweigen in Gruppen 65 Jahre später aufgreifen und verändern
Nikos Takis/Griechenland

Trans-kulturelle Kompetenz - die transformative Kraft von Gruppen
Der Wert des Mensch im Kontext kollektiver Traumatisierung - eine Annäherung an Leiden und Hoffnung
Khader Rasras/Palestina und Marcia Honig/Israel

Trans-kulturelle Kompetenz - die transformative Kraft von Gruppen
Kollektive Traumata und Kosmopolitik: die Rolle des Weltbürgers Traumata anzuerkennen und zu beeinflussen, die sich in uns und ums uns herum ereignen oder ereignet haben
Kate Tauvon/Schweden, Präsidentin IAGP

 

Abendaktivitäten und soziale Events

Vielfache Gelegenheiten sich nicht nur in Bezu auf berufliche Aspekte mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt auszutauschen: Begegnungen mit der Kultur und mit dem Vermächtnis Granadas, Begegnungen, die Freude, Vertrauen und Hoffnung wecken können

Flamenco (Kursangebote für Interessierte während der Mittagspause)

Montag und Dienstag: begleitete Führungen (Albayzin, Realejo)

Mittwoch: ein Filmabend mit Filmen zum Leitthema der Sommerakademie

Donnerstag: nächtlicher Besuch der Paläste der Alhambra

Freitag: Gala-Dinner

Das Thema: transkulturelle Kompetenz für die Arbeit mit Gruppen in Organisationen, Therapie und sozialen Einrichtungen.

Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert ist multikulturell geprägt, was nicht zuletzt als Ausdruck der zunehmenden Migration immer grösserer Bevölkerungsgruppen verstanden werden kann. Die Integration verschiedener Kulturen ist die politische, soziale aber auch therapeutische Herausforderung, die nicht nur in allen Ländern Europas von heute, sondern weltweit gilt. Der Wunsch eines friedvollen, gemeinschaftlichen Lebens hält der realen Erfahrung von Missverständnissen, Sprachlosigkeit, Diskriminierung oder Gewalt zwischen Kulturen jedoch nicht immer stand. Die Funktionsfähigkeit internationaler Unternehmen wird davon genauso betroffen wie die ganzer Familiensysteme oder interkultureller Gruppen in der Therapie. Dialog ist andererseits das weltweit akzeptierte und positiv besetzte Schlüsselwort für Friedensprozesse. Die Akademie ist deshalb als Lernfeld für Qualität, Kohärenz, aber auch für mögliche Brüche einer dialogorientierten Gesprächskultur konzipiert, in der Analyse, Intervention und Mediation im Konfliktbereich trainiert werden können. Dies geschieht in Gruppenstrukturen, die trotz der unvermeidlichen Konflikte die Hoffnung auf eine "wahre, im sozialen Umfeld verankerte, um die Mitmenschen erweiterte Identität" (R. Battegay) nicht aufgegeben haben. Studenten aus Palästina, Israel, Marrokko und anderen Ländern erhalten Stipendien.

 

Thesen:

Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik schaffen im interpersonalen Bereich Zugänge und Sichtweisen, die auch in Zukunft unentbehrlich sind

Lebendige Anschauung und Begegnung bilden die Essenz einer gemeinsamen Kultur der Gruppe. Kultur gestaltet sich im Dialog mit anderen Kulturen

Die Begegnung mit der fremden Kultur stellt die Frage nach Identität - nach Angst vor Verlust und Hoffnung auf Erweiterung unserer Identität, die Frage unserer multikulturellen Zukunft.

Dialog ist weltweit das akzeptierte und positiv besetzte Schlüsselwort für Friedensprozesse. Die Akademie selbst ist als Lernfeld für Qualität, Kohärenz , aber auch für mögliche Brüche einer dialogorientierten Gespächskultur konzipiert.

Im Zeichen von Konvergenz und Differenz von Verfahren führt Granada als Austragungsort und historisches Modell die Idee einer friedvollen Koexistenz der Welten und Kulturen, aber auch ihre Fragilität und Gefährdung, in die Tagung ein

Granada